Donnerstag, 27. August 2009

Die Geschichte mit der großen Lok.

Als ich ein Pimpf war, betrieben meine Großeltern mütterlicherseits die Bahnhofgaststätte in Heimboldshausen. Ein Kaff östlich von Bad Hersfeld in Osthessen, ziemlich nah an der damaligen Zonengrenze.
Die Hauptbahnlinie, die sogenannte Werratalbahn, die dort vorbeiführte diente hauptsächlich dem Abtransport der Kali-Güterzüge. Kali, bzw. Kalisalz wird dort in der Gegen im großen Stiel abgebaut und zur Düngemittelproduktion eingesetzt. Nun war durch die Grenze allerdings ein Teil der Strecke Richtung BRD, auf die DDR-Seite geraten. Der Güterverkehr fand trotzdem statt. Um aber, im Falle einer Grenzschließung (was oft genug über lange Zeiträume passierte) abgesichert zu sein, ließ man stehts einen Teil des Kalisalzes über die Strecke der Hersfelder-Kreisbahn abfahren. Das war eingleisige Nebenbahn die direkt zum BRD-Hauptschienennetz in Bad-Hersfeld führte. Die Hersfelder-Kreisbahn wurde so am Leben erhalten.
Für diese Transferzüge zur Bundesbahn in Hersfeld wurde unter anderem die HK-30, eine große orangene Diesellok, eingesetzt.


Eines schönen Sommers saß ich also mit sieben oder acht Jahren, wie so oft, auf dem kleinen "Geländer" vor der Fensterfront des Wartesaals, der an die Bahnhofsgaststätte angrenzte. Ich beschaute mir die schier endlos scheinenden Güterwagenketten die auf den Gleisen standen, und die HK-30 die hin und herfuhr. Vermutlich um leere Wagen zu dem Kali-Berwerk in der Nähe zu schaffen und volle bereitzustellen für den Abtransport zur Hauptstrecke. Irgendwann hielt nun diese gigantische Lokomotive direkt vor mir und der Lokführer schaute aus dem Fenster und fragte mich ob ich denn mal mitfahren wollte. Wenn ich heute noch daran denke wird mir ganz schwummerig, denn natürlich wollte ich lieben gerne da mal mitfahren. Aber, was soll ich sagen, ich hab mich nicht getraut ja zu sagen.
In der Grundschule hat man uns damals Filme gezeigt, in denen uns beigebracht wurde, dass man eben nicht von fremden Männern Süßigkeiten annimmt oder zu ihnen ins Auto steigt. So wird wohl auch gelten, dass man nicht zu fremden Männern in die Lokomotive steigt.
Tja, das war meine Chance, sie gekommen und gegangen.
Als ich später zurück in den Gastraum der Kneipe zurückging, wer saß dort? Der Lokführer, trank sich ein Bier und unterhielt sich mit meiner Mutter. Als sie mich sah erklärte sie nur, ich hätte doch ruhig mitfahren können, den Mann kennen sie doch. Vermutlich ein Altersgenosse meiner Eltern. Versammt, wie hätte ich das denn wissen können. Waaaahhhh!
Nun stellte sich zu allem Unglück zu späteren Zeiten noch raus, dass die HK-30 auch nicht irgendeine 08/15 Lok ist, sondern ein Einzelstück und quasi legendär! Ich habe mittlerweile sogar ein H0-Modell der HK-30 in den Farben der Hersfelder-Kreisbahn, von der Modelbahn-Firma Riva Rossi. Da muss man sich mal vorstellen. Eine italienische Modellbahnfirma verkauft von der Lok einer deutschen Nebenbahn ein Modell. Sooo berühmt ist die Lok unter Bahnfans, zumindest mal in Deutschland.
Und ich hab mal in der Schule gut aufgepasst und der einzige Moment, an dem das Gelernte für mich zum tragen kam war der falsche. Mist.

tschö
Alexander

Samstag, 22. August 2009

Dinge die ich nicht wusste, aber jetzt weiss und vielleicht eher hätte wissen müssen, oder so...

Letzter Teil
Anfang des Jahres schaute ich mir bei Youtube einige Videos an, die zeigten wie am Holocaustgedenktag in Israel der Verkehr zum erliegen kommt. Um zehn Uhr ertönen dann in Ganz Israel die Sirenen und jeder wo er geht und steht oder gar fährt hält inne. Die Videos sind sehr beeindrucken, erschreckend dagegen oft die Kommentare dazu.
In einem dieser Kommentare antwortete der User auf einen Hinweis, wie viele Menschen im Holocaust umgekommen sind. Er nahm eine extrem rechte Haltung ein und rechtfertigte quasi den Holocaust mit den Opfern der Juden, insbesondere der Opfer des "jewisch communism", des jüdischen Kommunismus also.
Jüdischer Kommunismus? Was sollte dass denn sein? Eine anti-religiöse Ideologie, die von einer Religionsgruppe übernommen wird? Ich forschte nach und fand heraus, dass in der Tat die Rechte beauptet die Juden hätten die Revolution in Russland betrieben. Genaugenomen wird im deutschen vom Jüdischen Bolschewismus gesprochen. Und dieser war DER Grundpfeiler nationalsozialistischer Ideologie!! Auch Vorwand für den Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion 1941.
Das hät ich ja mal wissen können als Geschichts-LKler. Noch dazu wo eines der Abithemen durchaus der Weg in den Zweiten Weltkrieg hätte sein können. Und in der Tat kannte ich natürlich den Begriff der "jüdisch-kommunistischen Weltverschwörung", dachte aber immer, das wäre halt die begriffliche Zusammenfassung der zwei nationalsozialistischen Feindbilder. Dass das nur ein Feindbild war ist an mir völlig vorbeigegangen. Vermutlich in erster Linie weil es nach wie vor so absurd ist.
Ich will das nun hier auch nicht weiter ausbreiten, welche Indizien angeblich dafür sprechen, das in der Tat Juden den Kommunismus betrieben hätten. Weil es nur eins ist, nämlich Albern.
tschö
Alexander

Sonntag, 16. August 2009

ÜBERWACHUNGSSTAAT!

Gerade schaue ich "Die Super-Ex". In dem Film löscht G-Girl ein Feuer in New York und eine andere Rolle erwähnt die Adresse 73. Ecke Broadway. Ich konnte per Google und Streetview innerhalb einer Minute nachprüfen ob es das Gebäude dort wirklich gibt. Sensationell, ich brauch bald das Geld für 'ne USA-Reise gar nicht mehr ausgeben. Angucken kann ich mir bald alles von hier.... Ohne, dass mir 'nen Chinese aufs Eis niest...
Spoooky
tschö
Alexander

Sonntag, 9. August 2009

Der Computer Nr. 3

Das verfolgt mich seit Monaten. Ich kann nicht aufhören es anzuhören. Dieses prophetische Lied stammt wie man im Intro erkennt von 68. Parship u.ä. lassen grüssen.

Mittwoch, 5. August 2009

Dinge die ich nicht wusste... usw. usw.

Wir schreiben den 8. Mai 1945, ganz Europa ist von den Deutschen befreit... ganz Europa? Nein! Einige von hirnverbrannten deutschen Offizieren befehligte deutsche Einheiten leisten den Befreiern in Frankreich noch Widerstand.
Also man kennt ja die Geschichten von den japanischen Soldaten, die man erst Jahre nach Kriegsende von irgendwelchen Pazifikinseln geholt hat, weil sie bei der Kapitulation dort vergessen wurden. Ganz so ist es bei meiner erst jüngst gefüllten Geschichtslücke nicht. Aber ähnlich grotesk.
Es gab bis zum Ende des Krieges in Frankreich Orte, die noch von deutschen Besetzt waren. Dünkirchen zum Beispiel wurde am 9. Mai befreit, d.h. das ist vermutlich der Tag an dem der deutsche Kommandeur die Kapitulation erklärt hat. Genaugenommen war sogar England noch bis zum Schluss teilweise besetzt, den auch auf den englischen Kanalinseln tummelten noch bis zum 9. Mai 25.000 deutsche Soldaten. Keine schlechte Art das Ende des Krieges abzuwarten, aber Himmel was haben die da gemacht?
Die Alliierten wollten keine Kräfte bei blutigen Eroberungsschlachten verlieren und die Bevölkerung schonen, aber die Deutschen? Wouzu kann einem denn so eine blöde Insel noch nützen, oder eine kleine Stadt, wenn maximal ein paar Kilometer weiter schon die Alliierten hocken. Wie haben die sich ernährt in den französichen Orten? Was haben die Gedacht wenn sie mal das Funkgerät eingeschaltet haben? Hat ihnen das Oberkommando gesagt, "Haltet durch die Wunderwaffe wirds bald richten."??
"Mein Großvater ist in Nordafrika gefallen", "Meiner wurde vor Moskau verwundet, und deiner?", "Meiner hat auf Jersey Blümchen gepflückt."